stromschnellen (2005)



die werke, die dem neuen programm das gesicht geben, reichen von den klassikern maurice ohana und john cage zu den auftragswerken von gary berger und erik oña. den unterschiedlichen entstehungszeiten entsprechend übernimmt die elektronik jeweils sehr verschiedene aufgaben:

bei ohanas sibylle eröffnet ein eigenständiger tonbandpart den beiden instrumenten nach längerer zwiesprache einen neuen klangraum; gleichzeitig verstärkt dieser als künstliches element die archaischen qualitäten von stimme und schlagzeug.

in cages ryoanji (nach dem gleichnamigen zen-garten in kyoto) dienen die bandaufnahmen als mittel zur überlagerung mehrerer melodielinien der sängerin und zur simulation unterschiedlicher räume - ein wunderbares bild geistiger klarheit und konzentration!

in den werken gary bergers dient die elektronik der erweiterung der instrumentalen ausdrucksmöglichkeiten; durch modulationen akustischer charakteristika entsteht quasi ein meta-instrument. die klangwelten werden direkt im moment der aufführung generiert und fordern daher ein waches hören und instrumentales aufeinander-reagieren.


werke
maurice ohana sibylle (1968)
1913 - 92 für sopran, schlagzeug und tonband

john cage ryoanji (1983)
1912 - 92 für stimme, schlagzeug und tonband

gary berger doppelte wendung (2000)
* 1967 für stimme, schlagzeug und live-elektronik
komponiert im auftrag von canto battuto

erik oña abacus (2005)
* 1961 für stimme und schlagzeug
komponiert im auftrag von canto battuto

gary berger tank (2005)
für stimme, schlagzeug und live-elektronik
komponiert im auftrag von canto battuto

eva nievergelt stimme
christoph brunner schlagzeug
gast: gary berger, live-elektronik und klangregie


flyer stromschnellen als pdf

Copyright canto battuto